Deutsches Musiktreffen 60plus in Bad Kissingen

Ein großartiges Musikerlebnis für unsere Tastendrücker

Auf Youtube findet ihr einen Mitschnitt des musikalisch begleiteten Gottesdienstes: Link zum YouTube-Video

Auf der Internetseite der Bundesvereinigung deutscher Orchesterverbände e.V. findet ihr einen Bericht und Bilder der Veranstaltung.


Am Ende flossen Tränen …

der Rührung und der Freude. Mit Worten lässt sich nur schwer ausdrücken, was sich du des Bayerischen Staatsbades Bad Kissingen ereignet hat. Die Herz und Seele ergreifende und ungewöhnlich erhebende und entrückendea vom 16. bis 18. September im Regentenba Kraft der Musik war hier wirklich einmal zu spüren: für alle, die dabei sein durften, ein einmaliges und unvergessliches Erlebnis.

Sicher nicht alleine der über 80-jährige Dirigent Prof. Hans-Walter Berg war am Ende des Abschlusskonzerts so von seinen Gefühlen überwältigt und ergriffen, dass die Augen feucht wurden. In dem wunderschönen Max-Littmann-Saal verzauberten mehr als  500 Instrumentalisten und Chorsänger bzw. -sängerinnen sich und die Zuschauer und sorgten für Gänsehaut. Einmalig war die Zusammensetzung des Großensembles mit etwa 90 Bläsern, 70 Akkordeonisten, 40 Streichern, 30 Zupfern und vielen weiteren Instrumenten.

Acht Mitglieder der Tastendrücker des Harmonika Spielring Langen machten sich gemeinsam mit ihrer Dirigentin am Freitag, den 16. September bei schönem Spätsommerwetter nach Bad Kissingen auf zum Deutschen Musiktreffen 60plus. Die Jahreszahl war nicht wörtlich zu nehmen, denn selbstverständlich konnten auch jüngere Musiker teilnehmen.

Am ersten Abend besuchten die Teilnehmer das großartige Eröffnungskonzert mit dem Bezirks-Oldie-Blasorchester Mindelheim, dem Bezirks-Senioren-Akkordeonorchester Würm-Nagold, dem Ensemble 2010 Pforzheim und dem Saarländischen Senioren-Zupf-Orchester. Der Möhring-Männer-Chor Alt Ruppin, die German Silver Singers NRW sowie der Frauenprojetchor Fränkischer Sängerbund sorgten für die gesangliche Bereicherung.

Untergebracht war unsere Truppe in einer wunderschönen Villa am Ufer der Saale. Nach einem reichhaltigen Frühstück starteten wir in einen ausgefüllten Samstag. Jeder konnte sich am Vormittag nach seinen eigenen Wünschen Workshops oder Vorträge aus dem umfangreichen Angebot heraus suchen. Einige besuchten das offene Singen oder Workshops für Klarinette und Saxophon, einige den Vortrag “Frische Zellen nach Noten“.

Daneben konnten wir in der Wandelhalle oder im Kurtheater bei freiem Eintritt den halbstündigen Konzerten lauschen, die von einigen Teilnehmerorchestern und Chören dargeboten wurden. Diese wurden auch von vielen Einheimischen und Kurgästen gerne besucht.

Die Konzerte begannen  bereits um 9:15 Uhr mit dem Lübecker Zupforchester und endeten gegen 18:00 Uhr mit dem gemischten Orchester con moto aus Münster. Hier beträgt das Durchschnittsalter der Musiker übrigens 70 Jahre.

Das ganze Orchestertreffen überhaupt zeigte beeindruckend nicht nur wie aktiv viele ältere Menschen sind, sondern auch auf welch hohem Niveau ältere Amateurmusiker spielen können. Das Motto der Veranstaltung lautete nicht umsonst: „länger jung mit Musik.“  Musik hält geistig fit, fördert die Gemeinschaft, führt dazu, sich Ziele zu setzen und daran zu arbeiten, diese zu erreichen.

Am Nachmittag fanden sich dann die Akkordeonisten zur offenen Probe ein. Die Langener Tastendrücker waren schier überwältigt: nicht nur das fürstliche Ambiente und unter funkelnden Kronleuchtern zu musizieren beeindruckte sondern vor allem das Mitten-drin- sein in einem derartigen riesigen Klangkörper.

Auch der Dirigent Michael Huck zeigte sich von den ca. 60 teilnehmenden Akkordeonisten sehr beeindruckt: „so etwas darf man selbst als Dirigent vielleicht nur einmal miterleben.“ Am Abend fand die Generalprobe für das Abschlusskonzert mit allen Instrumentalisten und Sängern im großen Max-Littmann-Saal  statt. Und wie heißt es so schön: „wenn die Generalprobe völlig schief geht…“

Diesen anstrengenden Tag ließen die Tastendrücker anschließend im Aufenthaltsraum ihrer Unterkunft gemütlich ausklingen.

Am Sonntagmorgen ging es zur Anspiel-Probe für den ökumenischen Gottesdienst in die Erlöserkirche. Dort studierten die Langner mit etwa 150 weiteren  Musikern Lieder und Choräle ein, die der Kantor der Gemeinde Jörg Wöltche eigens für diesen Gottesdienst für die verschiedenen Instrumentengruppen arrangiert hatte. In einer knappen Stunde waren die Stücke erarbeitet und gemeinsam mit dem Kammerorchester Bad Kissingen gestalten die Musiker und Sänger den Gottesdienst, zu dem sehr viele Gemeindemitglieder und Gäste gekommen waren.

Unter der Internetadresse https://www.youtube.com/watch?v=AOX7Us9OkiY ist die Aufzeichnung des gesamten Gottesdienstes veröffentlicht.

Danach ging es zurück in den Regentenbau, wo das etwa einstündige Abschlusskonzert stattfand. Die Bläser eröffneten den musikalischen Reigen mit einem schmissigen Marsch. Die Akkordeonisten spielten Andrew Lloyd Webbers Olympia-Hymne „Amigos para sempre“. Danach brachten alle Sänger den Kanon „Schalom“ zu Gehör. Höhepunkt war das Arrangement „Deutsche Weisen musiziert und gesungen“, in dem fünf deutsche Volkslieder verarbeitet waren, deren Strophen abwechselnd von den verschiedenen Instrumentengruppen bzw. Sängern vorgetragen wurden. Dazwischen gab es Grußworte von Ernst Burgbacher (Verbandspräsident und Parl. Staatssekretär a.D.), Kay Blankenburg  (Bad Kissingens Oberbürgermeister) sowie Fank Oette (geschäftsführender Kurdirektor des Bayerischen Staatsbades). Mit der Deutschen Nationalhymne beendeten die Teilnehmer dieses großartige Musiktreffen 60plus.

Organisiert wurde die Veranstaltung vom Bund Deutscher Orchesterverbände. Die Idee dazu und die Leitung des Projektes hatte Prof. Dr. Hans-Walter Berg mit seinem Team, das bereits vor drei Jahren mit der Planung und Organisation begonnen hatte.

Aufgrund der Fülle der angebotenen Veranstaltungen blieb allerdings kaum Zeit, um das wunderschöne Städtchen näher kennenzulernen oder eine Schifffahrt auf der Saale zu unternehmen. Dies werden die Tastendrücker aber bald nachholen und gerne auch weitere interessierte HSL-Mitglieder zu einem Ausflug mitnehmen.

Auch werden sie noch lange an dieses Musiktreffen zurück denken, die vielen Eindrücke und Gespräche verarbeiten und vor allem neuen Schwung für die Proben in den nächsten Monaten mitnehmen. Das Hohe und einmalige Erlebnis soll nicht vom gewöhnlichen Lauf der Tage verschlungen werden. Einig sind sich  ebenfalls alle, beim nächsten Treffen wieder dabei sein zu wollen – vielleicht auch mit einem Auftritt in der Wandelhalle?

Langen, 19.09.2016

Martin Kasperzyk / Beate Rettig-Horch