Was verbindet Musk und Literatur?

Aber die Musik und Sprache, insistierte er, […] seien im Grunde eins, die Sprache Musik, die Musik eine Sprache, und getrennt berufe immer das eine sich auf das andere, ahme das andere nach, bediene sich der Mittel des anderen […]
(Thomas Mann, Doktor Faustus)

Musik öffnet einen Raum, in dem ähnlich wie in der Sprache tiefe Gefühle und ergreifende Stimmungen in Herz und Seele des Zuhörers widerhallen können. Das gesprochene Wort hingegen nimmt vieles in sich auf, was Musik aus- und kennzeichnet. Man denke nur an die Bedeutung der Pause und Stille. Erst aus der Stille heraus kann das Großartige aus Sprache und Musik ertönen und gehört werden.

In Verbindung bringt man den Harmonika Spielring Langen bisher eher nur mit der Musik. Doch am 26. Oktober 2016 hatte unsere Vorsitzende Beate Rettig-Horch die Gelegenheit die Verbindung zur Literatur herzustellen. Sie las im Rahmen des 2. Lesemarathons „Mein liebstes Buch“ aus ihrem Lieblingsbuch „Vom anderen Ende der Welt“ von Liv Winterberg.

Sie war eine von drei Persönlichkeiten Langens, die an diesem Abend aus ihren Lieblingsbüchern vorlasen. Neben ihr war dies der erste Stadtrat Stefan Löbig mit dem Buch „Ich hab das Lachen nicht verlernt – Die Lebensgeschichte von Edith Erbrich.“ Dritter im Bunde war der Pfarrer Ulrich Neff mit seinem Lieblingsbuch „die Bibel“.

Der Lieblingsroman von Beate Rettig-Horch behandelt eine botanische Entdeckungsreise zu Beginn des 18. Jahrhunderts. Es geht in ihm auch um die Emanzipation einer Frau. Denn für Mary, die sich diese Entdeckungsreise sehnlichst wünscht, ist diese unmöglich. Sie verwandelt sich in den Zeichner Marc Middleton und wird so schließlich in den Stab des Botanikers Sir Carl Belham aufgenommen und sticht zu einer Expedition um die halbe Welt in See. Vielleicht fasziniert so manchen Leser an dieser Frau, die unbändige Kraft ihres Willens, die List und Leidenschaft, ein Ziel zu verfolgen und sich gegen alle äußeren Widrigkeiten durchzusetzen.